Begriff:
Das
Wort „Kalender“ kommt von Lateinisch Calendarium,
ein
Verzeichnis der Kalendae, der jeweils ersten, auszurufenden (calare
„ausrufen“) Tage eines Monats, da dann die Schulden
zu
bezahlen waren.
Ein
Bewusstsein für unterschiedliche Zyklen seiner Umwelt
dürfte
der Mensch schon sehr früh gehabt haben. Nicht allein der
Wechsel
von Tag und Nacht sowie die Mondphasen, sondern auch jahreszeitlich
bedingte Klimaschwankungen, die in der Landwirtschaft der meisten
Weltregionen eine bedeutende Rolle spielen, und aufgrund von
Tierwanderungen zum Teil auch für Jägerkulturen
wichtig
gewesen sein dürften, und nicht zuletzt die
Veränderungen des
Nachthimmels durch die Erdumlaufbahn sowie die Eigenbewegungen der
Planeten konnten vom Menschen spätestens in der Altsteinzeit
wahrgenommen werden.
Jungsteinzeitliche Bauten wie etwa Stonehenge zeugen von den
Bemühungen der sesshaft gewordenen Bevölkerung, die
natürliche Jahreslänge und ausgewählte
zyklisch
wiederkehrende Himmelsereignisse wie Sonnenwende und
Tag-und-Nacht-Gleiche exakt bestimmen zu können. Gerade
für
die Landwirtschaft war wichtig, eine von den konkreten
Wetterbedingungen unabhängige Bestimmung der Zeitpunkte
für
Aussaat und Ernte vornehmen zu können. Mit der systematischen
Himmelsbeobachtung verbunden, von der Hoffnung auf eine
günstige
Wiederkehr der Fruchtbarkeitsbedingungen geprägt, waren
religiöse Fruchtbarkeitskulte. So wurden bestimmte
landwirtschaftliche Termine an Feste gebunden, die wiederum an
Himmelsereignisse geknüpft waren.
Für diese frühe Zeit des Übergangs von
Jägerkulturen zum Ackerbau im Neolithikum wird eine
Veränderung kalendarischer Vorstellungen vom Mond- zum
Sonnenkalender angenommen. Dieser Steinzeitkalender beinhaltet wohl die
ältesten Kalendervorstellungen der Menschheit und ist die
Grundlage späterer Kalendervarianten.
Die
ältesten heute noch bekannten Kalender stammen aus den
frühen
Hochkulturen Ägyptens und Mesopotamiens. Bereits hier zeigten
sich
zwei grundlegende Kalendertypen, die bis heute die meisten
Kalendersysteme prägen: der an den Mondphasen orientierte
Mondkalender und der Sonnenkalender, der den Lauf der Jahreszeiten
widerspiegelt. Spätestens von den Babyloniern wurde auch der
siebentägige Wochenzyklus entwickelt, der heute fast weltweit
den
Ablauf des Alltags regelt. Ähnliche Zyklen zwischen
fünf und
zehn Tagen gab es auch in anderen Kalendern.Die Probleme, die
entstehen, wenn man die unterschiedlich langen Zyklen von Tag, Woche,
Monat und Jahr zu einem Gesamtsystem verbinden will, haben zur
Herausbildung unzähliger Kalender und häufiger
Kalenderreformen geführt. Bis heute werden immer wieder
Forderungen laut, den derzeit weltweit am meisten verbreiteten
Gregorianischen Kalender zu reformieren oder durch einen weiter
entwickelten Kalender zu ersetzen.